blank LMU M;uuml;nchen Faculty for Chemistry and Pharmacy LMU Munich
print

Attocube Research Award 2013 verliehen

Am 19. Juli wurden die diesjährigen attocube Research Awards am Center for NanoScience (CeNS) der LMU München verliehen. Die mit insgesamt 17.500 Euro dotierten Awards wurden für ausgezeichnete Dissertationen sowie Masterarbeiten in den Nanowissenschaften vergeben, deren Ergebnisse ein hohes Anwendungspotential besitzen. Die attocube systems AG, eine Ausgründung aus dem CeNS, lobt den Preis seit 2009 jährlich aus.

 

Der Preis für die beste Masterarbeit wurde in diesem Jahr unter zwei Gewinnerinnen geteilt, deren Arbeiten sich mit Anwendungsmöglichkeiten des sogenannten DNA-Origami beschäftigen: Friederike Möller aus der Arbeitsgruppe von Professor Philip Tinnefeld (ehemals LMU, jetzt TU Braunschweig) trug mit ihrer Masterarbeit zur Entwicklung sogenannter Nanoantennen bei. Die Nanoantennen bestehen aus einem DNA-Gerüst, an das Gold-Nanopartikel definiert gebunden werden. Sie können die Fluoreszenzintensität von Farbstoffmolekülen bis zu hundertfach verstärken und eröffnen so ein breites Spektrum neuer Anwendungsgebiete, wie z.B. in der Signalverarbeitung in optischen Computern, für hochempfindliche Nachweise in der Diagnostik oder für neue DNA-Sequenzierungsverfahren.
Die zweite Preisträgerin in der Kategorie „Masterarbeit“ ist Eva-Maria Roller (Arbeitsgruppe Prof. Tim Liedl, LMU). In ihrer Masterarbeit entwickelte sie ein neues Konzept zur Herstellung von DNA-basierten Metamaterialien, die über maßgeschneiderte optische Eigenschaften verfügen. Diese Methode besitzt ein großes Potential für die Entwicklung neuer Materialen mit unerwarteten optischen Eigenschaften, z.B. in der optisch basierten Informationsverarbeitung. Die Arbeiten der beiden Gewinnerinnen führten zu Publikationen in den hochrangigen Zeitschriften „Science“ und „Nature“.

Auch in der Kategorie „Doktorarbeit“ teilte die Jury den mit 5.000 EUR dotierten Preis: Dr. Johann Feckl aus der Arbeitsgruppe von Prof. Thomas Bein (LMU) entwickelte in seiner Dissertation eine neuartige Nanostruktur aus ultrakleinen Lithium-Titanat-Kristallen, die bisherigen Energiespeichern in Hinblick auf Ladegeschwindigkeit und Stabilität stark überlegen ist. Dank der sehr kleinen Kristallgröße und der großen, gut zugänglichen Oberfläche können die Lithium-Ionen rasch diffundieren, was zu außergewöhnlich schnellen Ladezeiten führt. Dieser Prozess war im Experiment auch nach über 1000 Ladezyklen noch stabil. Die entwickelten extrem schnellen Speicherelektroden haben somit das Potential, die Lücke zwischen Superkondensatoren (kurze Ladungszeit) und konventionellen Batterien (hohe Kapazität) zu schließen und die Entwicklung von neuen effizienten Energiespeichersystemen zu ermöglichen. Dr. Feckl hat seine Ergebnisse in mehreren Publikationen, unter anderem in der renommierten Zeitschrift „Angewandte Chemie International Edition“, veröffentlicht.

Als weiteren Preisträger wählte die Jury Dr. Thomas Faust (Arbeitsgruppe Professor Jörg Kotthaus und Professor Eva Weig, LMU) aus. Er hat sich in seiner Doktorarbeit mit nanomechanischen Resonatoren beschäftigt. Nanomechanische Resonatoren reagieren höchst empfindlich auf kleinste Veränderungen in ihrer Umgebung, so dass bereits die Anhaftung eines einzelnen Moleküls oder die Kopplung an Licht zu messbaren Rückwirkungseffekten führen kann. Dr. Faust entwickelte eine kompakte „Plug-and-Play“ Sensor-Architektur für Arrays aus Nanosaiten (oder Saiten mit Nanometerdicken), die besonders einfach zu bedienen ist und in einem weiten Temperaturbereich von oberhalb Raumtemperatur bis zu herunter zu tiefsten Temperaturen empfindlich arbeitet. Diese elegante Messtechnik könnte somit zukünftig auch außerhalb von Laborbedingungen Einsatz finden und große praktische Bedeutung bei der Entwicklung hochintegrierter Sensoren und in der Hochfrequenzsignalverarbeitung haben. Dr. Fausts Arbeiten wurden in hochrangigen Zeitschriften, unter anderem in „Nature Physics“, publiziert.

Die unterstützende Leistung der Arbeitsgruppen der prämierten Doktoranden wurde mit einem Preisgeld von 5.000 EUR pro Gruppe besonders gewürdigt.

Kontakt: attocube systems AG